Ausstellung „Schattenlos“ von Christa Knott
Einen Abend lang – am 9. November 2012 – wird das ehemalige „Grand Etablissement Gschwandner“ mit seiner geschichtsträchtigen Vergangenheit, seiner charismatischen Architektur und seinem morbiden Charme, stimmungsvoller Rahmen für die Ausstellung mit dem Titel „Schattenlos“ mit fotografischen Arbeiten und Installationen von Christa Knott, die im Zuge des „Europäischen Monats der Fotografie“ und „Eyes On 2012“ gezeigt wird.
Sowohl der Zeitfaktor, gedacht als Hommage an die Fotografie, als auch der Wahrheitsgehalt digital erstellter Fotografien spielen bei der Ausstellung eine wichtige Rolle.
Der Bruchteil einer Sekunde, in dem das fotografische Bild entsteht und die kurze Ausstellungsdauer stehen in krassem Gegensatz zu dem Zeitaufwand, der zur Entstehung der endgültigen Bilder und Installationen notwendig war. Endlose Wanderungen im Spätherbst und Winter entlang menschenleerer Stränden der Adria und in der Lagune von Venedig und im Frühjahr und Sommer lange und schon im Morgengrauen beginnende Fahrten auf den Landstraßen des Weinviertels und angrenzenden Tschechiens auf der Suche nach Roadkills bzw. tierischem Strandgut sind für den Ausgangspunkt der Arbeiten erforderlich.
Dieser Zwang zur „Langsamkeit“ auf der Suche nach geeigneten Motiven wiederholt sich auch bei der Inszenierung der Objekte sowie anschließend bei der pixelgenauen Computerbearbeitung der Fotos, der Freistellung, Herauslösung und Befreiung vom Umfeld und Schatten; einem Bildhauer gleich, der in mühsamer Kleinarbeit mit Hammer und Stemmeisen Überflüssiges entfernt um das Wesentliche zum Vorschein zu bringen.
Die fertigen Bilder ähneln zweidimensionalen Skulpturen. Der schwarze Hintergrund, die Schattenlosigkeit und Grundlinienbefreiung, die frei im Raum schwebenden, teilweise unnatürlich verrenkt und absurd übertrieben genau abgebildeten Objekte als auch ihre Größe unterstreichen diese Wirkung.
Die gezeigten Installationen, über Jahre zusammengetragene Artefakte, stellen das Bindeglied bzw. den Übergang zwischen dreidimensionaler Architektur zu den zweidimensionalen Fotos, zwischen vergangenen Zeiten sowie zwischen Realität und Fiktion bzw. Imagination dar.
Hier geht es nicht um Formalaspekte, sondern um universelle Gültigkeit, nicht um Abbilder sondern um zeitlose Aussagen.